Vermögensbericht 2026: Wie reich sind die Deutschen?
Das Vermögen der Deutschen ist 2025 deutlich gestiegen. Was der aktuelle Global Wealth Report über Finanzvermögen, Anlageverhalten und die Verteilung zeigt.
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Jedes Jahr zeigt die Boston Consulting Group (BCG) in ihrem „Global Wealth Report“, wie sich die Vermögen weltweit entwickeln. Der aktuelle Bericht erschien am 27. Mai 2026 und bezieht sich auf das Jahr 2025. Nachdem das weltweite Finanzvermögen 2022 zum ersten Mal seit 15 Jahren gesunken war (um 4 %), steigt es seit 2023 wieder. 2025 wuchs es gegenüber dem Vorjahr um 10,7 % auf 333 Billionen US-Dollar, laut BCG der stärkste Zuwachs seit 2021. Das Nettovermögen inklusive Sachwerten legte um 9,3 % auf 550 Billionen US-Dollar zu. Wie sieht es in Deutschland aus?
Platz 4 bei den Finanzvermögen
Auch in Deutschland stiegen die Vermögen kräftig. Das Finanzvermögen wuchs 2025 gegenüber dem Vorjahr um 17,7 % auf 12,4 Billionen US-Dollar. Rechnet man Sachwerte wie Immobilien (13,4 Billionen US-Dollar) dazu und zieht die Verbindlichkeiten (2,5 Billionen US-Dollar) ab, kommt der Report auf ein Gesamtnettovermögen von 23,3 Billionen US-Dollar, nach 20,3 Billionen im Jahr davor. Aktien und Fonds legten 2025 mit 24 % am stärksten zu. Im globalen Vergleich liegt Deutschland beim Finanzvermögen weiterhin auf dem vierten Platz, hinter den USA, China und Japan. Mehr als die Hälfte des Vermögens steckt hierzulande in Sachwerten, vor allem in Immobilien.
Einlagen und Bargeld bleiben wichtig, Wertpapiere holen auf
Wie die Deutschen ihr Geld anlegen, zeigt sich auch im aktuellen Bericht: Laut BCG prägen Bargeld und Einlagen weiterhin die Vermögensstruktur der privaten Haushalte, gleichzeitig gewinnen Aktien und Fonds an Bedeutung.
Ein ähnliches Bild zeichnet der Allianz Global Wealth Report 2026, der Ende September 2026 erschien. Danach wuchs das Brutto-Geldvermögen der deutschen Haushalte 2025 um 4,9 % auf 9,9 Billionen Euro, inflationsbereinigt waren es 2,5 %. Erstmals seit Beginn der Datenreihe lag der Anteil der Wertpapiere am Geldvermögen mit 37,1 % über dem der Bankeinlagen (36,4 %). Weltweit liegt der Wertpapieranteil bei 46,9 %. Auffällig: 69 % des Zuwachses stammten aus neu angelegtem Geld, nur 31 % aus Wertsteigerungen.
Die Verteilung bleibt ungleich
Das Wachstum kommt nicht bei allen gleichermaßen an. Laut BCG gibt es in Deutschland rund 5.000 Superreiche mit mehr als 100 Millionen US-Dollar Finanzvermögen, das sind rund 1.100 mehr als 2024. Sie besitzen zusammen 27,3 % des gesamten Finanzvermögens. Zusammen mit den mehr als 700.000 Menschen mit Millionenvermögen halten sie sogar 52,8 %. Dem gegenüber stehen rund 66 Millionen Menschen mit weniger als 250.000 US-Dollar Finanzvermögen, die zusammen 35,9 % besitzen. Dazwischen liegen rund 3,2 Millionen Menschen mit gehobenem Vermögen, auf die 11,3 % entfallen.
Der Ausblick bis 2030
Für die kommenden Jahre rechnet BCG weltweit mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum der Finanzvermögen von 7 % bis 2030. Für Deutschland prognostiziert der Report bis dahin ein Nettovermögen von 27,5 Billionen US-Dollar. Deutschland wächst demnach langsamer als der westeuropäische und der globale Durchschnitt. Ein stagnierendes Bruttoinlandsprodukt, eine alternde Bevölkerung, schwache Produktivität, ein regulierungsintensives Umfeld und die im internationalen Vergleich geringe Investitions- und Kapitalmarktkultur dämpfen laut BCG die Dynamik.
Unterm Strich zeigt der Report: Das Finanzvermögen in Deutschland ist 2025 deutlich gewachsen, am stärksten bei Aktien und Fonds. Es bleibt aber ungleich verteilt, und laut BCG-Prognose wächst es in den kommenden Jahren langsamer als in Westeuropa und weltweit.
Geschrieben von Maria Bauer
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
