Sparplan bei fallenden Kursen: Anna spart, Peter pausiert
Anna spart weiter, Peter setzt aus: Ein fiktives Beispiel zeigt, wie sich fallende Kurse auf einen laufenden und einen ausgesetzten Sparplan auswirken können.
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Inflation, steigende Zinsen, Konjunktursorgen oder politische Krisen: Immer wieder sorgen solche Belastungsfaktoren an den Kapitalmärkten für Turbulenzen, und die Kurse geraten unter Druck. Nicht wenige denken dann darüber nach, ob sie ihren eigenen Sparplan einstellen oder aussetzen, um weitere Verluste zu vermeiden. Wie sich ein laufender und ein ausgesetzter Sparplan in einer solchen Phase entwickeln können, zeigt ein fiktives Praxisbeispiel. Es kann helfen, die Entscheidung etwas gelassener zu treffen.
In der Ruhe liegt die Kraft
Wenn die Kurse über Wochen oder Monate fallen, brauchen Sparende starke Nerven. Solche Phasen gehören zur Geldanlage dazu: Es gab sie in der Vergangenheit immer wieder, und es wird sie auch in Zukunft geben. Wie stark und wie lange die Kurse fallen, lässt sich vorher nicht sagen.
Dass solche Marktphasen bei vielen Unsicherheit auslösen, ist nachvollziehbar. Auch Befürchtungen, dass die schwache Entwicklung der Märkte noch andauert, lassen sich nicht ohne Weiteres zerstreuen. Schließlich besitzt niemand eine Glaskugel und kann die künftigen Marktentwicklungen exakt vorhersagen. Für eine langfristige Geldanlage ist das aber auch gar nicht notwendig. Deshalb gilt in solchen Phasen vor allem: Ruhe bewahren.
Sparplan in schwankenden Märkten
„Was lange währt, wird endlich gut“: Auch beim Investieren spielen Geduld und Durchhaltevermögen eine große Rolle. An den Börsen haben sich Kursverluste historisch oft wieder ausgeglichen, garantiert ist das jedoch nicht. Wer sein Vermögen langfristig über einen Sparplan aufbaut, kann von schwachen Phasen am Markt sogar profitieren, weil dann für denselben Betrag mehr Fondsanteile gekauft werden. Wie das funktioniert, zeigt ein einfaches Beispiel.
Ein einfaches, fiktives Praxisbeispiel
Ein Aktienfonds verzeichnet im Verlauf von acht Monaten aufgrund einer Krise am Aktienmarkt zwischenzeitlich massive Verluste. Anschließend erholt er sich jedoch wieder.
Am Ende des Betrachtungszeitraums liegt der Preis für einen Fondsanteil bei 100 €. Somit ergeben sich für Peter und Anna unterschiedliche Renditen über die gleiche Anlagedauer.
Die Rendite ergibt sich aus dem Wert der Fondsanteile am Ende des Zeitraums im Verhältnis zu den insgesamt eingezahlten Beträgen (fiktives Beispiel, ohne Kosten und Steuern). Woran liegt das?
Cost-Average-Effekt: Langfristig investieren statt spekulieren
Wie jeder Anlegende, der einen Sparplan eingerichtet hat, macht Anna sich einen unsichtbaren Verbündeten zunutze: den Cost-Average-Effekt (Durchschnittskosteneffekt). Er beschreibt die Verteilung einer Investition über einen langen Zeitraum. Wer monatlich den gleichen Geldbetrag in einen Sparplan investiert, erwirbt bei fallenden Kursen mehr Fondsanteile und bei steigenden Kursen weniger Fondsanteile.
Auf das Beispiel bezogen bedeutet das: Da Anna durch ihren konstanten Sparplan auch in schwachen Monaten kauft, senkt sie ihren durchschnittlichen Einkaufspreis deutlich. Peter hingegen setzt gerade in den Monaten mit den niedrigsten Kursen aus und kauft nur zu höheren Preisen. Dadurch liegt sein durchschnittlicher Einkaufspreis höher, und seine Rendite fällt deutlich geringer aus.
Wichtig dabei: Das Beispiel setzt voraus, dass sich der Fonds nach dem Kurseinbruch erholt. Das ist nicht garantiert. Erholen sich die Kurse nicht oder nur teilweise, kann auch mit einem Sparplan ein Verlust entstehen. Außerdem wirkt der Effekt in beide Richtungen: Steigen die Kurse stetig, werden mit jeder Rate weniger Anteile gekauft. Ein Sparplan schützt also nicht vor Verlusten, er verteilt die Einstiegszeitpunkte.
„Der Gewinn liegt im Einkauf“: Was das für Sparpläne heißt
Im Klartext bedeutet das: Bei fallenden Kursen haben Sparende die Chance, ihren durchschnittlichen Einkaufspreis für Fondsanteile zu senken. Denn es gilt:
Je niedriger die Kurse, desto mehr Anteile werden über den Sparplan gekauft.
Deshalb kann es in volatilen Marktphasen sinnvoll sein, einen bestehenden Sparplan beizubehalten, statt ihn bei fallenden Kursen auszusetzen. So verteilt sich der Einstieg auf viele Zeitpunkte, und man muss nicht versuchen, den günstigsten Moment zu treffen, was kaum jemandem dauerhaft gelingt. Schließlich gilt auch beim langfristigen Investieren die alte Kaufmannsregel: Der Gewinn liegt im Einkauf. Ein Sparplan passt zu Geld, das für einen langen Zeitraum angelegt werden soll. Die Sparrate sollte so gewählt sein, dass sie sich auch in schwierigen Zeiten weiterzahlen lässt.
Du möchtest noch mehr über den Cost-Average-Effekt wissen? Schau dir unser Video dazu an!Geschrieben von Maria Bauer
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.