Die richtige Anlagestrategie: Wie viel Risiko passt zu dir?
Mit der Anlagestrategie legst du fest, wie viel Verlustrisiko du eingehen möchtest und welche Renditechancen du damit nutzen kannst.
Inhaltsverzeichnis
Wer sich dafür entscheidet, sein Geld professionell anlegen zu lassen, kommt an einer Selbsteinschätzung der eigenen Risikotoleranz nicht vorbei. Dabei geht’s vor allem darum, wie viel Verlustrisiko man bereit ist einzugehen und gleichermaßen, wie hoch die Ertragserwartung bei der eigenen Kapitalanlage ist.
Bei Evergreen findest du dafür 11 Anlagestrategien. Wir teilen sie in die drei Bereiche Komfort, Balance und Wachstum ein:
- Evergreen Komfort
- Evergreen Balance 10
- Evergreen Balance 20
- Evergreen Balance 30
- Evergreen Balance 40
- Evergreen Balance 50
- Evergreen Balance 60
- Evergreen Wachstum 70
- Evergreen Wachstum 80
- Evergreen Wachstum 90
- Evergreen Wachstum 100
Je höher die Zahl hinter der Strategie, desto höher ist der Aktienanteil – und damit sowohl das Risiko als auch die Renditechancen.
Bei der Depoteröffnung und wenn du ein neues Pocket erstellst, helfen dir Fragen bei der Auswahl der Strategie, zum Beispiel zu deinem Anlagehorizont und dazu, wie wahrscheinlich du das Geld vorzeitig brauchst. Welche Strategie zu dir passt, hängt vor allem von vier Dingen ab. Geh sie am besten kurz durch: Dann findest du leichter die Strategie, mit der du dich wohlfühlst.
1. Dein Sparziel
Was hast du eigentlich mit deinem Geld vor? Was genau dein Sparziel ist, kann entscheidend dafür sein, wie viel Risiko du eingehen solltest. Wenn du dir bereits ein kleines Vermögen zusammengespart hast und dieses zurücklegen, regelmäßige Auszahlungen davon bekommen oder bei Bedarf darauf zugreifen möchtest, lautet dein Sparziel „Kapitalerhalt“. Ein großes Risiko willst du nicht eingehen, dein Kapital soll eben, wie der Name schon sagt, hauptsächlich erhalten bleiben. In diesem Fall kann eine Strategie mit niedrigerem Aktienanteil passen.
Bist du hingegen daran interessiert, für deine Altersvorsorge zu sparen oder ein Vermögen für einen sonstigen Zweck aufzubauen, kann eine Strategie mit höherem Aktienanteil passen. Schließlich möchtest du Renditechancen nutzen und dein Geld wachsen lassen – dafür solltest du kurzzeitige Verluste aushalten können.
2. Dein Alter und die Dauer deiner Geldanlage
Auch dein Alter spielt bei der Wahl deiner Strategie eine Rolle. Grundsätzlich gilt: Mit mehr Zeit kannst du mehr Risiko eingehen. Wenn du noch jung bist, kannst du Risiko eher tolerieren, da Wertschwankungen über einen langen Anlagezeitraum eher ausgeglichen werden können. Wenn du mit 30 anfängst, regelmäßig in dein Depot einzuzahlen, um im Rentenalter gut leben zu können, haben zeitweilige Verluste in der Regel weniger Gewicht, weil du mehr Zeit hast, sie auszusitzen.
Wenn du jedoch schon älter bist und weniger Zeit hast, ein Vermögen aufzubauen, kann ein geringeres Risiko besser zu dir passen. Dann liegt der Fokus tendenziell eher darauf, dein Vermögen zu erhalten. Nicht, dass ein kurzzeitiges Markttief deine Kapitalanlage mindert und dir dann keine Zeit bleibt, es auszusitzen.
Natürlich ist dabei genauso wichtig, wie lange du für deine Geldanlage Zeit hast. Wenn du wie im obigen Beispiel 30 bist, aber für eine Reise sparst, die du mit 35 antreten willst, nützt dir dein junges Lebensalter auch nicht viel. Bei einer kurzfristigen Geldanlage passt aus denselben Gründen eher eine Strategie mit niedrigerem Aktienanteil.
3. Deine Lebenssituation
Natürlich ist auch deine aktuelle Lebenssituation entscheidend dafür, wie viel Risiko du bei deiner Geldanlage tolerieren solltest. Dazu zählt beispielsweise dein Einkommen. Je mehr du verdienst und je sicherer dein regelmäßiges Gehalt ist, desto höher ist deine Risikotoleranz. Der Grund dafür ist der gleiche wie bei deinem Alter. Von vorübergehenden Verlusten wirst du weniger stark beeinträchtigt.
Wenn du hingegen selbstständig bist oder dich aktuell von Job zu Job hangelst, kann eine Strategie mit niedrigerem Risiko besser passen. Falls du spontan auf dein Geld zurückgreifen musst, sind risikobedingte Verluste bekanntermaßen nicht so erfreulich.
4. Deine persönliche Einstellung
Zu guter Letzt spielt natürlich deine ganz subjektive Haltung gegenüber möglichen Verlusten sowie möglichen Gewinnchancen eine große Rolle. Wie wichtig ist es dir überhaupt, mit deiner Geldanlage Erträge zu erzielen? Verunsichern dich temporäre Einbußen? Deine Geldanlage soll unkompliziert sein, dich nicht stressen und dir Spaß machen – es lohnt sich also genau zu überlegen, was du brauchst und willst.
Drei Fonds als Bausteine
Soweit so gut. Was passiert denn nun konkret, wenn du dich für eine Strategie entschieden hast? Jede Evergreen-Strategie besteht aus Anteilen unserer drei hauseigenen Fonds. Sie unterscheiden sich in ihrer Ausrichtung und damit auch in ihrem Risiko:
- Der Evergreen Stable World Fund ist eher defensiv ausgerichtet und strebt an, stabile Renditen zu erzielen. Er legt überwiegend in kurzlaufende Wertpapiere guter Bonität an und partizipiert über Futures zusätzlich an der Entwicklung weltweiter Aktien- und Anleihemärkte.
- Der Evergreen Sustainable World Bonds ist ein Anleihenfonds. Er fokussiert sich auf Anleihen, die einen Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (SDGs) leisten sollen.
- Der Evergreen Sustainable World Stocks ist ein Aktienfonds. Er investiert weltweit in Aktien und fokussiert sich auf eine Reduktion der CO₂-Emissionen. Aktien bieten höhere Renditechancen, schwanken in der Regel aber auch stärker.
Bei allen drei Fonds sind Wertschwankungen und auch Verluste möglich. Je niedriger die Zahl hinter der Strategie, desto größer ist der Anteil des Evergreen Stable World Fund. Je höher die Zahl, desto größer ist der Anteil des Evergreen Sustainable World Stocks.
Der Mix macht’s
Natürlich hast du nicht nur die Wahl zwischen den beiden Extremen Evergreen Komfort und Evergreen Wachstum 100. Damit wir deine Geldanlage passend für dich zusammenstellen können, mischen wir Anteile unserer hauseigenen Fonds zusammen – je nach Strategie in einem anderen Verhältnis. Ein paar Beispiele:
- Evergreen Komfort besteht zu 100 % aus dem Evergreen Stable World Fund.
- Evergreen Balance 30 besteht zu 55 % aus dem Evergreen Stable World Fund, zu 15 % aus dem Evergreen Sustainable World Bonds und zu 30 % aus dem Evergreen Sustainable World Stocks. Der Schwerpunkt liegt damit noch auf dem defensiven Stable World Fund, ein Teil entfällt aber bereits auf Aktien.
- Evergreen Wachstum 80 besteht zu 80 % aus dem Evergreen Sustainable World Stocks und zu 20 % aus dem Evergreen Sustainable World Bonds. Hier steht der Aktienfonds im Vordergrund. Entsprechend können sowohl die Renditechancen als auch die Wertschwankungen höher ausfallen.
- Evergreen Wachstum 100 besteht zu 100 % aus dem Evergreen Sustainable World Stocks.
Im Strategierechner kannst du dir für jede Strategie und einen von dir gewählten Betrag eine Wertzuwachsprognose anzeigen lassen.
Übrigens kannst du mit Hilfe von Pockets, also Unterkonten, auch mehrere Sparpläne mit individuellen Sparzielen und Anlagestrategien eröffnen. Wie das funktioniert, kannst du hier nachlesen.
Noch mehr zum Thema Risikotoleranz erfährst du in unserem Video:
Geschrieben von Maria Bauer
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
