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Geldanlage

Der Safe für dein Portfolio – Wertsicherungsstrategien | Teil 3

Optionsbasierte Wertsicherungsstrategien kombinieren Kaufoptionen (Calls) oder Verkaufsoptionen (Puts) mit Wertpapieren, um asymmetrische Auszahlungsprofile erzeugen zu können.

2 Min. Lesezeit (aktualisiert am 5. September 2023)

Alter grüner Metallkasten mit Schlüssel im Schloss, dahinter ein Lautsprecherbehälter „S16 Celestion“
Inhaltsverzeichnis
  1. Die Kombination macht’s – Optionsbasierte Wertsicherungsstrategien
  2. Die Protective-Put-Strategie
  3. Die Long-Call-Strategie
  4. Die Collar-Strategie
  5. Mehr Flexibilität durch synthetische Optionsstrategien

Im dritten Teil unserer Reihe rund um das Thema Wertsicherungsstrategien beschäftigen wir uns mit der Protective-Put-Strategie, der Long-Call-Strategie, sowie der Collar-Strategie.

Die Kombination macht’s – Optionsbasierte Wertsicherungsstrategien

Optionsbasierte Wertsicherungsstrategien kombinieren Kaufoptionen (Calls) oder Verkaufsoptionen (Puts) mit Wertpapieren, um asymmetrische Auszahlungsprofile zu erzeugen. Nichtlineare Entwicklungen eines Finanzinstruments ermöglichen Strukturen wie Kapitalschutz oder Renditeoptimierung.

Die Protective-Put-Strategie

Bei der Protective-Put-Strategie wird das Aktienportfolio über den Kauf von Put-Optionen gegen fallende Kurse abgesichert. Der Grad der Absicherung bzw. die Höhe der Wertuntergrenze wird über die Wahl der Optionsparameter, also Basispreis, Laufzeit und Anzahl der Puts, gesteuert. Die Absicherung kann statisch oder rollierend erfolgen. Die zu zahlende Optionsprämie mindert den Ertrag aus dem Aktienportfolio, das theoretisch unbegrenzt an steigenden Kursen partizipieren kann.

Diagramm: die Protective-Put-Strategie sichert das Portfolio nach unten ab, die Put-Option kostet dafür Rendite nach oben

Die Long-Call-Strategie

Bei der Long-Call-Strategie wird ein Großteil des Portfolios, welcher der Höhe der Wertuntergrenze entspricht, in risikoarme Geldmarktpapiere investiert. Die Partizipation am Aktienmarkt erfolgt dann über den zusätzlichen Kauf von Call-Optionen. Das Auszahlungsprofil gleicht also dem der Protective-Put-Strategie.

Diagramm: die Long-Call-Strategie hält den Wert bis etwa 80 konstant und steigt danach parallel zum ungesicherten Portfolio

Die Collar-Strategie

Die Collar-Strategie kombiniert die Protective-Put-Strategie mit dem Verkauf von Out-Of-The-Money Call-Optionen. Durch den Prämienerlös der verkauften Calls kann die Put-Strategie zum Großteil oder sogar komplett finanziert werden. Auf das Kurssteigerungspotenzial über den Basispreis des Short Calls wird somit verzichtet.

Diagramm: die Collar-Strategie begrenzt den Verlust nach unten und deckelt den Gewinn ab etwa 140, das ungesicherte Portfolio läuft gerade weiter

Vorteile: Wertuntergrenzen können über Optionsstrategien zuverlässig abgesichert werden. Zusätzlich können individuelle Auszahlungsprofile über strukturierte Optionskombinationen generiert werden.

Nachteile: Die Transaktionskosten können bei rollierenden Strategien sehr hoch ausfallen. Die zu zahlenden Optionsprämien belasten die Wertentwicklung des Portfolios auch in stagnierenden Märkten. Bei der Collar-Strategie muss weiteres Aufwärtspotenzial aufgegeben werden.

Die Auszahlungsprofile der drei Optionsstrategien nebeneinander: Protective Put, Short Call und Collar

Mehr Flexibilität durch synthetische Optionsstrategien

Optionsbasierte Wertsicherungsstrategien können durch den Einsatz von linearen Finanzinstrumenten wie z.B. Futures synthetisch nachgebildet werden. Die synthetische Strategie soll dabei das Auszahlungsprofil der zu replizierenden Optionsstrategie wiedergeben.

Solche Strategien sind zum Beispiel dann sinnvoll, wenn hohe Transaktionskosten am Optionsmarkt reduziert werden sollen. Weiterhin sind sie von Nutzen, wenn die gewünschten Optionsparameter am Markt schwer oder eben gar nicht handelbar sind.
Auch häufig rollierende Strategien können synthetisch günstiger sein.

Vorteile: Durch die synthetische Nachbildung optionsbasierter Strategien werden diese kostengünstiger und flexibler.

Nachteile: Es kann bei der Nachbildung zu gewissen Replikationsfehlern kommen, so dass die angestrebten Optionsparameter nicht perfekt abgebildet werden können.

Die von Evergreen genutzte PDI-Strategie zählt ebenfalls zu den synthetischen, optionsbasierten Wertsicherungsstrategien. Dazu später mehr.

Geschrieben von Benjamin Kaden

Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.